Lena Tomatis †

 

„Hinter jedem großen Mann steht eine starke Frau“,  sagt der deutsche Volksmund. Dies gilt bzw. galt auf jeden Fall  für das Ehepaar Lena und Alfred Tomatis. Die beiden lernten sich in der Pariser HNO-Praxis von Tomatis kennen, in der Hélène Magnet (Lena, geb. 2.9.1928) als Mitarbeiterin angestellt war. Aus der „rechten Hand“ des Professors wurde schnell dessen große Liebe. Im August 1958 fand die Heirat statt. Tomatis schrieb über Lena in seiner Autobiographie L‘oreille et la vie (Das Ohr und das Leben, S. 162): “Ihr verdanke ich den besten Teil meiner eignen Dynamik, meiner eigenen Hartnäckigkeit…. Die Kommunikation zwischen uns war so reich, so intensiv, so tief, dass man eher von einer Kommunion sprechen müsste. Jedes Wort, was wir untereinander austauschten, schien uns einander näherzubringen, zementierte, was wir aufzubauen versuchten. Dieses kostbare Gefühl haben wir noch heute: Unsere beiden Persönlichkeiten sind zu einem einzigen Paar verschmolzen.“

 

An Lena kam buchstäblich keiner vorbei. Sie war diejenige, die dem großen Forscher, Wissenschaftler und Arzt tagtäglich den Rücken freihielt. Sie schirmte ihn regelrecht von der Öffentlichkeit ab, damit er seine Arbeit möglichst ungestört ausüben konnte. Ihr Organisationstalent und ihre Begabungen waren ausgesprochen vielseitig angelegt: So redigierte sie u.a. etliche Bücher und Publikationen ihres Mannes, was dem nicht primär wissenschaftlich orientierten Publikum überhaupt erst einen Zugang zu seiner Gedankenwelt und der Tomatis-Methode ermöglichte. Nicht umsonst lautet die Widmung des Buches Vers l’écoute humaine 2  (Über das menschliche Hören 2):  „A toi, Léna, qui sus recueillir ces dires afin que ce livre soit » (Dir gewidmet, Léna, der es gelang, meine Ausführungen so zusammenzustellen, dass dieses Buch entstehen konnte.)

 

Bis zum Ende seines Lebens am 25. 12. 2001 pflegte Lena ihren Mann Alfred liebevoll zu Hause in dem gemeinsamen Altersruhesitz in Carcassonne.  Die letzten Jahre ohne ihn hat sie in großer Zurückgezogenheit verbracht. Am 15.  August 2016 verstarb  sie im Alter von 88 Jahren und fand ihre letzte Ruhestätte neben ihrem Mann Alfred in der Familiengruft auf dem Friedhof in Carcassonne.

 

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