Die passive Phase

Während der ersten, der sogenannten passiven Phase des Horchtrainings, wird ausschließlich gehört. In der Regel erlebt die Person ein Klangbad aus hohen Frequenzen. Tomatis benutzte dazu nach Möglichkeit eine Aufnahme der mütterlichen Stimme, die durch das „Elektronische Ohr“ (heute Brain Activator) mit Hilfe von Filtern so klingt, wie es das Ungeborene gehört hat. Steht die Mutterstimme nicht zur Verfügung, wird mit Musik von Mozart gearbeitet, aus der ebenfalls ein Großteil der tiefen Frequenzbereiche herausgefiltert worden ist. Zusätzlich werden ungefilterte Gregorianische Gesänge angeboten, die beruhigend wirken.
 
Ob während der passiven Phase eine Rückführung in die pränatale Entwicklungsphase stattfindet oder nicht, ist abhängig vom Trainings-Ziel jeder einzelnen Person. Ein Horchtraining muss immer individuell angepasst und nach seiner Wirkungsweise beurteilt werden. Die passive Phase entspricht dabei einer Zeit der inneren Aufarbeitung und Reifung.
 
Wurde in der passiven Phase eine Rückführung in das pränatale Entwicklungsstadium vollzogen, endet dieser Abschnitt immer mit der sogenannten „akustischen Geburt“. Die betroffene Person vollzieht damit aus therapeutischer Sicht noch einmal den Übergang vom intrauterinen Hören im flüssigen Milieu der Gebärmutter zur nachgeburtlichen Anpassung an die Luft.